Ab sofort kann man sich für die Workshops anmelden.

Für alle Workshops gilt folgende Leveleinteilung:

Level A Ich spiele seit mindestens vier Jahren Improtheater, trete regelmäßig auf und probe regelmäßig mit einer festen Gruppe.

Level B Ich spiele seit mindestens sechs Jahren Improtheater, trete regelmäßig auf und probe regelmäßig mit einer festen Gruppe.

Workshop 1   AUSGEBUCHT

Mit einer leeren Bühne kommt eine große Verantwortung…

Beatrix Brunschko

Unterrichtssprache: deutsch

Level B

Die Improbühne ist eine leere Bühne. Wenn wir sie betreten, haben wir die absolute Freiheit zu entscheiden, welchen Mantel wir uns umhängen, welchen Schuh wir uns anziehen, welcher Situation wir uns aussetzen, welche Arena wir betreten, welche theatralen Mittel wir wählen, welchen Inhalt wir untersuchen, welche Haltung wir einnehmen und abbilden. Wir allein entscheiden, wie radikal wir anwesend sind, wie sehr wir unser privates Ich involvieren, uns angreifbar und durchlässig machen, uns politisch äußern und Stellung beziehen. Keine Regie, Dramaturgie, Autorenschaft oder Intendanz, die uns eine Form, Ästhetik oder einen Inhalt vorgeben.
Diese Verantwortung liegt ganz allein bei uns – also Hand aufs Herz: Wie oft ergreifen wir diese einmalige Chance, die uns dieser einzigartige Bühnenraum bietet, Geschichten zu erzählen, die inhaltlich und ästhetisch einzigartig sind, weil sie sich aus den Biografien, Lebenserfahrungen, Haltungen, Phantasien, gesellschaftlichen und politischen Kontexten der Menschen speisen, die sie live entwickeln und den Menschen, die ihnen dabei zusehen.
Wie oft reproduzieren und variieren wir immer und immer wieder die standardisierten, universellen, globalen Strukturen, Regeln, Figuren, Erzählformen und Spielweisen einer Theaterform, die vor mehr als 40 Jahren definiert wurde und zum Teil noch bis heute mit einem Copyright versehen ist?
Was darf Impro wollen und dürfen? In Zeiten wie diesen … Let´s find out!

„With the great power of a naked stage comes great responsibility“ (frei nach Peter Parker known as Spiderman)

Beatrix Brunschko – seit 30 Jahren Schauspielerin am Theater im Bahnhof, Graz – findet, dass …Improtheater der Inbegriff von Volkstheater ist, die perfekte Theaterform für Zeitgenossenschaft und gesellschaftspolitischen Diskurs nah an den Menschen. Es spiegelt die Geschichten der Realität aus der wir kommen und zielt auf die unwillkürliche Resonanz zwischen Publikum und Bühne.  Diesen Nerv gilt es gut zu treffen, damit Interesse entsteht und ein Nachhall bleibt.

Workshop 2         AUSGEBUCHT

Arrangement- die Bühnenfläche nutzen

Daniel Orrantia

Unterrichtssprache: englisch

ab Level A

Eine Life-Performance findet im dreidimensionalen Raum statt. Wie wir diesen nutzen, hat eine unmittelbare und starke Wirkung darauf, was wir als Spielerinnen und Spieler kommunizieren. Indem wir Wege erkunden, wie der Raum durch Bilder, Vorstellungen und andere zweidimensionale Darstellungen beeinflusst und ausgedrückt werden kann, entwickeln wir neue Instrumente, unseren Zugang zur Bühne zu erspielen und zu verwandeln.
Dieser Workshop ist eine gemeinschaftliche Erkundung. Ziel ist es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu befähigen, den Raum auf viele verschiedene Weisen zu nutzen und dabei visuelle Aspekte in ihre Geschichten einzubauen. Wir nutzen dazu Konzepte wie Proportion, Framing, Balance, Staging etc., die alle darauf abzielen, eine visuelle Sprache zu entwickeln, die die poetische Qualität unserer Arbeit steigert und unseren Shows eine stärkere theatralische Erfahrung verleiht.

Daniel Orrantia
Meine Methode verschiebt die Grenzen zwischen Improvisation und Bewegungstheater. Clowning, Pantomime, Comics und Malen werden gleichermaßen als Mittel für Ausdruck und Geschichtenerzählen eingesetzt. Ich habe für verschiedene Gruppen und Festivals weltweit Workshops gestaltet und Shows geleitet. Als Darsteller habe ich weltweit mit „Speechless“ getourt, einer Improvationsshow ohne Worte. Ich habe die Company PICNIC gegründet, bei der verschiedene Künstler zusammenkommen, die Einflüsse aus unterschiedlichen Bereichen mitbringen. Gemeinsam mit diesem Team habe ich das von mir geleitete MonkeyFest gegründet – ein seit 2011 jährlich in Kolumbien stattfindendes Improtheater-Festival. Aktuell toure ich mit der Solo-Show „The Fortune Teller“.

Workshop 3     AUSGEBUCHT

Sidecoaching – Szenenarbeit mit Regisseur*in

Christoph Jungmann

Unterrichtssprache: deutsch

ab Level A

Impro heißt: miteinander auf der Bühne spielen. Aber unterstützen können wir uns gegenseitig auch, indem wir als Mitspieler*innen die Szene von außen verfolgend als Regisseur*in eingreifen, die Akteure coachen und/oder neuen Input vom Publikum einholen. Das soll in diesem Workshop trainiert werden. Wann greife ich ein und wie? Wie stark sind meine Impulse, ohne dass ich die Darsteller*innen zu sehr zu überfrachte? Was hilft? Was bremst? Und umgekehrt wiederum: wie gehen wir als Spielende damit um? Fühlen wir uns unterstützt? Oder empfinden wir das als Besserwisserei? Ein weites Feld und ein herausforderndes Training, das den Blick schärft sowohl für die story als auch für die Mitspieler*innen.

Christoph Jungmann spielt seit 22 Jahren Improtheater bei den Gorillas (Berlin), früher bei Theatersport Berlin und unterrichtet Impro seit 20 Jahren. Er ist seit 18 Jahren künstlerischer Leiter der IMPRO, des internationalen Festivals für Improtheater in Berlin und war im Leistungsteam der europäischen, durch die EU geförderten Impro-Projekte „Should I stay or should I go“ und „Our Lives“ sowie der Theatersport WM 2006. Christoph arbeitet zudem als Schauspieler für Film und Fernsehen, führt als Angela Merkel jährlich durch den Kabarettistischen Jahresrückblick (Mehringhoftheater und Schiller Theater Berlin) und hatte als Regisseur seine größte und schönste Herausforderung bei der „Geschichte des Soldaten“ von Igor Strawinsky an der Philharmonie Berlin.

Workshop 4      AUSGEBUCHT

Hirnholz und Skalpell – eine Werkstatt für Improvisieren und Gestalten am Puls der Zeit

Verena Lohner

Level B

Unterrichtssprache: deutsch

„Das Geheimnis ist nichts anderes als das Leben selbst.“ (Rosa Luxemburg)

Dieser Workshop beleuchtet, ausgehend vom Potential eines jeden Moments und kleinsten Teilchens, die Entscheidungskraft und legt den Fokus auf den Moment. Was ist der Moment? Wie bin ich im Moment? Was will, kann und, vielleicht, muss ich in diesem Moment, an diesem Ort auf die Bühne bringen? Losgelöst von Kontrollwunsch und Vorkonzeption, in friedlicher Absicht.
Du erlebst dabei Möglichkeiten der Transformation von Impulsen, Material und Potential in Bühnenspiel und in Improvisationstheater-Stücke, bzw. Formate. Methodisch fokussieren wir uns dabei auf die Sinne und den Intellekt als Partner und trainieren mit theatralen Mitteln die Balance zwischen beiden.
Du wirst in diesem Workshop – unterstützt von vielfältigem Werkzeug und Wissen – mit deinen Ideen, Ahnungen und Wünschen im Forschungsteam gemeinsam Entdeckerlust entwickeln und Gestaltungsmut erwecken: wir können bestehende Formen unter die Lupe nehmen,  hinterfragen und selbst eigene gestalten!
In diesem Sinne ist der Workshop auch prozessoffenes Labor und kollektiver Makers Hub.

Verena Lohner ist Schauspielerin, Trainerin, Konzepterin und künstlerische Leitung am Theater Steife Brise in Hamburg. In Sachen, Forschung, Entwicklung und Abenteuer ist sie weltweit in Theatern, Unternehmen, Organisationen und auf Festivals unterwegs – mit eigenen Formaten, Workshops, Seminaren und als Akteurin. 
Um in die Gesellschaft einzubringen was sie als Künstlerin geben kann, ist sie international aktiv in Mikroprojekten, wie z.B. „Beyond Text – arts based research“, „Lebens – und Arbeitswelten mit Zukunft“ und ist Lektorin für Kreativität im Studiengang Nachhaltigkeitswissenschaften an der Leuphana Universität, Lüneburg.
Um Stücke voll pulsierendem Leben, vielschichtiger Emotion und spielerischer Vielfalt und Kraft zu gestalten, arbeitet sie leidenschaftlich mit klassischen und zeitgenössischen Theatermitteln, Improvisation, Musik, Film, Geschichte und Kunst.
Europäische Körperarbeit und kanadische Clown-Philosophie sind dabei ebenso lebendig wie japanische Erzählkunst. 
Action – mit Kopf und Körper im Einklang – lebt sie sowohl im Theater, als auch privat u.a. beim Bergsteigen oder im Boxring.

Workshop 5    AUSGEBUCHT

Am Anfang war das Wort

Eugen Gerein

ab Level A

Unterrichtssprache: deutsch

Ein Workshop für alle, die gerne mit Sprache und Stimme improvisieren
Seit 10 Jahren ist Eugen Gerein Dozent an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart an der Fakultät für Sprechkunst.
Sein Auftrag: Stimme und Sprache in Einklang mit der Physischen Handlung zu bringen. Meist mit den Mitteln der Improvisation.
Die Sprache ist oft ein Feind der Improschauspieler. Jeder kennt es: toller Szenenanfang und dann fallen die Ersten Worte, das Quatschen stellt sich ein und jedwede Spannung geht flöten. Weniger reden ist eine Möglichkeit, aber wie wäre es mit schön, inspirierend, kunstvoll Reden?
Das ist der Gegenstand des Workshops „Im Anfang war das Wort“.

Inhalte:
– Stimmübungen
– Kunstsprechen
– Spielformen mit dem Fokus auf Stimme und Sprache

Eugen Gerein Schauspieler, Germanist, Theaterlehrer, Persönlichkeitstrainer
Gerein studierte an der Uni Heidelberg, an der Köln – Comedy -Schule und an der Staatlichen Schauspielakademie in Sankt Petersburg. Er gründete das Sankt Petersburger Ensemble TEATR 05 und war Teamchef der russischen Theatersport-Nationalmannschaft für die Theatersport-WM 2006. Er ist Mitglied des Sankt Petersburger Theaterlabors ASB unter der Leitung des russischen Avantgarderegisseurs Aleksey Jankovsky sowie des Heidelberger Ensemble „AlsWir“. Gerein ist Dozent an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart und Persönlichkeitstrainer bei der Unternehmensberatung Goll Consulting in Bonn.
Teilnahme an über 100 nationalen und internationalen Theaterfestivals und Kongressen als Referent und Performer. Unterrichtet seit 2005 europaweit Theatergruppen speziell im Bereich Improvisation.