Workshops

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Ab sofort kann man sich für die Workshops anmelden.

Für alle Workshops gilt folgende Leveleinteilung:

Level A Ich spiele seit mindestens vier Jahren Improtheater, trete regelmäßig auf und probe regelmäßig mit einer festen Gruppe.

Level B Ich spiele seit mindestens sechs Jahren Improtheater, trete regelmäßig auf und probe regelmäßig mit einer festen Gruppe.

Workshop 1

Variatio delectat!
Sprechtheater, Bildende Kunst und die Umsetzung von Vorlagen in der Improvisation.

Verena Lohner

Unterrichtssprache: deutsch

Level B

In der Tragödie »Orest« des griechischen Dramatikers Euripides (um 480 bis 406 v. Chr.) rät Elektra ihrem kranken Bruder Orest, das Krankenlager zu verlassen mit dem Hinweis: Mεταβολή πάν των γλυχύ In wörtlicher Übersetzung:Die Veränderung aller Dinge ist süß“.

In diesem Workshop erforschen, entdecken und erarbeiten wir Möglichkeiten, Methoden und Haltung wie und warum es im Jahr 2017 faszinierend, bereichernd und schön sein kann, mit bestehenden Werken zu arbeiten – sie zu verändern.
Bevor Veränderung „süß“ ist, erleben selbst wir Veränderungsspezialisten des Improvisationstheaters immer wieder Angst, Zweifel, Sicherheitswünsche. Warum und was kann also das Gute daran sein?
Als mündiger Performer und Mensch wagen wir uns für diese Frage an Theaterliteratur und Portraits aus der Bildenden Kunst.
Mutig und respektvoll nutzen wir hierbei Methoden
– aus dem klassischen und dem Clown-Theater (für Figuren-Gestaltung)
– aus Tanz und Bildender Kunst (für Figuren-Variation)
– aus der Semiotik (für Figuren-Treue)
Verstand, Körper und Intuition dürfen Veränderung anhand „fester“ Werke auskosten und erfrischt improvisiertes Neues auf die Bühne bringen.

Im Vorfeld zu wählen und vorzubereiten:
Einen kurzen Monolog eigener Wahl lernen; Historischen und künstlerischen Kontext kennen.
ODER
Ein Bild/ Portrait einprägen, das auch als Ausdruck mitgebracht werden kann. Historischen und künstlerischen Kontext kennen.

Verena Lohner… Als sie einmal vor langer Zeit gut 8 Stunden in einem Stau auf einer verschneiten Autobahn gefangen war, rettete ihr die Radiosendung „Interpretationen im Vergleich“ die Laune und das Leben!
Seitdem liebt sie Variationen von Werken noch mehr.
Verena ist Schauspielerin, Trainerin, Konzepterin und künstlerische Leitung am Theater Steife Brise in Hamburg. In Sachen, Forschung, Entwicklung und Abenteuer ist sie weltweit in Theatern, Unternehmen und auf Festivals unterwegs – mit eigenen Formaten, Workshops und als Spielerin.
Um Improvisationen voll pulsierendem Leben, vielschichtiger Emotion und spielerischer Vielfalt und Stärke zu gestalten, arbeitet sie leidenschaftlich mit klassischen Theatermitteln, Musik, Film, Geschichte und Kunst.
Europäische Körperarbeit und kanadische Clown-Philosophie sind dabei ebenso lebendig wie japanische Erzählkunst.
Action – mit Kopf und Körper im Einklang – lebt sie sowohl im Theater, als auch privat u.a. beim Bergsport oder im Boxring.

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Workshop 2

Dramatic Impro (in the style of Ibsen)
Drama-Impro im Ibsen-Stil

Nils Petter Mørland

Unterrichtssprache: englisch

Level B

Grundlage des Workshops ist die Show „Almost Ibsen“, eine improvisierte Tragödie im Stil von Henrik Ibsens Gegenwartsdramen wie „Die Wildente“, „Ein Volksfeind“ und „Gespenster“. Det Andre Teatret interessiert sich für die dramatischen Qualitäten der Improvisation und hat deshalb diese Show entwickelt, in der das Komische weniger Raum einnimmt.
Im Workshop werden wir uns mit Techniken beschäftigen, die auf Ibsens Schreibstil aufbauen, und uns dazu befähigen, seinen Stil nachzubilden als auch unsere dramatischen Qualitäten im Allgemeinen zu verbessern. Wir werden:
-Dialoge mit Bedeutung und Mehrdeutigkeit entwickeln,
-Stücke nach dem Vorbild von Ibsens Dramaturgie durch äußere und innere Handlungen formen,
-mit Spannung und Entspannung arbeiten, um so verschiedene Szenen verbal und physisch zu entwickeln,
-Beziehungen auf der Bühne erweitern und vertiefen.
Ibsen beschäftigt sich in seinen Dramen mit einer breiten Palette menschlicher Themen und mit grundlegenden Fragen wie: „Was ist wichtig in meinem Leben?“ oder „Was würde ich für mein persönliches Glück opfern?“ Ibsen behandelt die Probleme seiner eigenen Zeit, aber auf eine Art und Weise, die an gegenwärtige Fragen anschließen und diese enthüllen kann. Im Stil von Ibsen zu improvisieren bietet Det Andre Teatret die Gelegenheit, an tiefergehenden und ernsteren Fragestellungen auf der Bühne zu arbeiten. Dieser Workshop wird versuchen, dies auch den Workshopteilnehmenden zu ermöglichen. Zunächst werden wir die dramatischen Qualitäten in der allgemeinen Szenenarbeit entwickeln und uns danach an Ibsens Stil heranarbeiten. Für die Teilnahme am Workshop ist es nützlich, aber keine Voraussetzung, ein oder zwei Stücke von Ibsen gelesen zu haben.

Nils Petter Mørland ist ehemaliger künstlerischer Leiter von Det Andre Teatret, er improvisiert und lehrt seit 15 Jahren in Europa und Nordamerika. Mørland arbeitet als Regisseur, Autor und Schauspieler für Improvisationstheater und Theater mit Textvorlage. In letzter Zeit hat Mørland außerdem Werbefilme gedreht, fürs Fernsehen geschrieben, und er war kürzlich mit der improvisierten Gameshow „Alt er lov!“ im norwegischen TV zu sehen.

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Workshop 3       AUSGEBUCHT

Viewpoints

Ilka Luza

Unterrichtssprache: deutsch

ab Level A

Dieser Workshop gibt zunächst eine Einführung in die Viewpoints-Technik. Dann werden wir die praktische Anwendung in Szenen und allgemeiner Bühnenarbeit erforschen.
Viewpoints war ursprünglich eine reine Bewegungstechnik, die wunderbarerweise für das Schauspiel adaptiert wurde. Sie beschäftigt sich zum Beispiel mit den Strukturen des Raumes und den Tempi der SchauspielerInnen, den entstehenden Pausen und den möglichen Wiederholungen. Im Prinzip ein Betrachtung alltäglicher Bewegungen als Grundlage einer Materialsammlung für Szenen. (Wer schon vorher forschen will, dem empfehle ich das Buch „Viewpoints“ von Anne Bogart und Tina Landau.)
Was jetzt hier etwas abstrakt klingt, ist eine unangestrengte Methode, sich dem Bühnenraum und den anderen SpielerInnen zu überlassen und zu erforschen, was passiert, wenn man nichts erzwingt. Kurz vor oder direkt nach einer Szene finden die spannendsten Geschichten statt und sie sind es wert, auf der Bühne gezeigt zu werden. Entspannung und Konzentration in Kombination kreieren die Szenen, an die man sich am liebsten erinnert und ohne Mühe und mit viel Vergnügen entsteht so ein Gruppengefühl, das die Kommunikation ohne viel Worte leicht macht.

Wir werden uns viel bewegen, aber eine tänzerische Vorerfahrung ist nicht nötig.

Ilka Luza ist Schauspielerin und Sängerin und beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit Improvisationstheater. Auf Bühnen in aller Welt spielt und trainiert sie mit Gruppen und Unternehmen. Ilka spielt in Deutschland Theatersport beim Harlekintheater in Tübingen, Improtheater beim placebotheater in Münster und kreschtheater in Krefeld und war unter anderem bei der Springmaus in Bonn, beim Kommödchen in Düsseldorf und bei „Durchgedreht“ im Fernsehen tätig.

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Workshop 4     AUSGEBUCHT

Was entsteht ….. wenn wir tun, was die Ameisen tun!

Beatrix Brunschko und Randy Dixon

ab Level A

Unterrichtssprache: englisch

Wenn man einer Ameisenkolonie einen Haufen Erde gibt, dann verwandeln sie ihn innerhalb einer Woche zu einer Ameisenmetropole mit einer beeindruckenden Skyline. Ohne Pläne und Leitung erschaffen diese Insekten eine komplexe Architektur. Millionen von kleinen Ameisen kreieren zusammen eine faszinierende, funktionierende Gesellschaft ohne ordnende Führung oder Planung. Es hat sich herausgestellt, dass sie diese Aufgabe bewältigen, indem sie ein paar ganz simplen Regeln folgen. Alles was sie tun, resultiert aus der unmittelbaren Interaktion zwischen den einzelnen Individuen, die alle nichts anderes tun, als ihren Ameisenfähigkeiten gemäß ihre Arbeit zu erledigen. Sie reagieren permanent auf Außenreize und folgen dem, was ihre unmittelbaren ArbeitskollegInnen tun. Sie tun ganz einfach nur das, was Ameisen im Stande sind zu tun und lassen uns von außen staunende Beobachter sein, die zusehen dürfen, wie ein großes kollektiv geschaffenes Kunstwerk entsteht und wie das Ameisenleben seine Geschichten schreibt.
Das Verhalten, die Stärken und Fähigkeiten der Ameisen sind Inspiration für diesen Workshop.
Wir werden
– uns auf die wenigen, essentiellen, zentralen und einzig wichtigen Improskills konzentrieren, sie in unseren Arbeitsfokus bringen und nur das tun, was ImprospielerInnen tun sollten
– unseren MitspielerInnen ehrlich zuhören
– einander wirklich in die Augen schauen
– unseren PartnerInnen bedingungslos und ausschließlich folgen
– ehrlich und wirklich auf das reagieren, was im Moment entsteht, wenn wir mit unseren
– MitspielerInnen in Kontakt treten
– nichts initiieren, nichts anbieten, nichts erfinden, sondern nur mit dem arbeiten, was im Moment bereits existiert, wenn zwei oder mehr Personen auf der Bühne aufeinandertreffen
– uns von Moment zu Moment fortbewegen, bis wir am Ende angelangt sind, wann und wo immer das auch sein wird
– am Ende von der Bühne gehen und auf die vielen Szenen und Geschichten zurückschauen, die „unabsichtlich“ entstanden sind und wir einfach nur das getan haben, was ImprospielerInnen tun, wenn sie an ihren Impro(bau)werken arbeiten.

Beatrix Brunschko ist seit 1990 Ensemblemitglied des Theater im Bahnhof (TiB) in Graz, wo sie bis heute als Regisseurin und Schauspielerin arbeitet und seit 2000 die künstlerische Leitung des Improvisationstheaters des TiB inne hat.
Seit 2002 ist sie Lehrbeauftragte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, Abteilung Schauspiel. Sie unterrichtet schauspielerischen Grundunterricht, Improvisation und Ensemblearbeit sowie Szenenstudium.
Im Studienjahr erhält sie 2012/13 eine Gastprofessur für dramatischen Unterricht.
Seit 2011 arbeitet sie regelmäßig als Lehrbeauftragte an der Universität für angewandte Kunst in Wien und an der Donauakademie in Krems.
Sie leitet zahlreiche Improworkshops in Österreich, Deutschland, der Schweiz sowie in Schweden, Tschechien, Slowenien, Spanien, den Niederlanden, in Canada und in den USA und ist regelmäßig Gast bei Improfestivals weltweit.
2004 wird sie Ensemblemitglied des internationalen Improkollektivs „The Orcas Island Project“ unter der Leitung von Randy Dixon, Unexpected Productions/Seattle und 2009 Mitglied des Sport vor Ort – Teams des Theaters an der Gumpendorferstraße in Wien.

Randy Dixon has been improvising since 1980, and is a highly regarded improvisational artist. In 1983, he was a founding member of Unexpected Productions, Seattle’s longest running improvisational theater company and has served as the company’s Artistic Director since 1988. During his tenure Unexpected Productions has established a reputation of presenting high quality shows, classes and workshops. Under his direction, UP has toured the world with their unique brand of improvisation.
In 2006, Randy founded and still directs Orcas Island Project a multinational group of twelve performers from ten countries. OIP develops, explores, and investigates interactive theatrical forms. They have performed in various locations around the US and Europe.
Randy has taught improvisational theater and acting in New Zealand, Australia, Germany, Austria, Italy, Slovenia, France, The Netherlands, Finland and all over the U.S. and Canada. His approach to improvisation has been influenced by his studies with Del Close (creator of the Harold), Paul Sills (creator of Second City), and Keith Johnstone (Author of Impro). Outside of his improvisational work, Randy served on the editorial board for The Salt Journal a journal of Myth, Religion, Psychology and Ideas. His writing has been published in Alchemy on Sunday, and Manifestations: A Scholarly Journal of Mythological Writing. His book, Being Present: Spontaneous Storytelling and the Art of Improvisation has been published in German (as Im Moment), Slovene, soon in Swedish and will hopefully be available again in English soon.
Randy has B.F.A. in Drama from Seattle University and a Master’s Degree in Mythological Studies with an emphasis in Jungian Depth Psychology.

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Workshop 5

Lass deinen Körper die Arbeit machen!

Lorenz Kabas

ab Level A

Unterrichtssprache: deutsch

Wir lassen das Gehirn mal außen vor. Das klassische Storytelling hat jetzt Pause. Der Körper steht im Zentrum, die Bewegung, der Raum, der außersprachliche Impuls. Über bewusste körperliche Akzente, Rhythmus, Stimmklang, Kontrast usw. wollen wir unseren Szenen eine größere Theatralität verleihen. Ausgangspunkt sei der eigene Körper und sein Verhältnis zum Raum und zu den anderen. Der Weg zur Szene führt diesmal über die konkrete Bühnensituation. Die gilt es zu erfahren, zu erforschen und zu vertiefen, durchaus auch zu erkennen, was diese Materialität im Inneren des Spielers oder der Spielerin an Emotionalität auslöst; ein Weg von außen nach innen, wenn wir so wollen.
Viele Übungen und Spiele dazu entstammen weniger dem traditionellen Improvisationstheater, sondern sind dem Physical Theatre, dem modernen Tanz oder sehr körperbetonten Theaterformen entlehnt. Die Arbeit an den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde oder eine körperliche Beschäftigung mit Tiercharakteren, die weiter reichen soll als ein neuerlicher Aufguss des Improvisationsklassikers des Tierspiels – um nur zwei Beispiele zu nennen – sollen uns dabei dienlich sein.
Und wie setze ich all das in der klassischen Impro um? Die Beantwortung dieser Frage darf an der Stelle ruhig etwas warten. Es wird passieren, wenn wir uns erst einmal eine zeitlang eingehender nur mit den Möglichkeiten des körperlichen Ausdrucks beschäftigt haben, ohne gleich von Beginn an auf diese Anwendbarkeit zu schielen.

Bequeme Kleidung und leichtes Schuhwerk sind zu empfehlen.

Lorenz Kabas, Schauspieler, Musiker, Regisseur – Theatermacher.
Mitglied des Theaters im Bahnhof, Graz (A), Österreichs größtem freien Theaterkollektivs. Spielt seit 21 Jahren auch leidenschaftlich gerne Improtheater, weiß aber zu seinem Glück bis jetzt noch nicht, wie’s wirklich geht. Dadurch ist er immer noch neugierig auf die nächste Show und auf jeden neuen Impuls. Hin und wieder befällt ihn aber doch die Routine, die Müdigkeit oder die ideenlose Schockstarre; das macht ihn dann nicht so glücklich.
Senior Lecturer am Schauspielinstitut der Universität für Musik und darstellende Kunst, Graz (A). Workshop- und Spielaktivitäten in ganz Europa, vor allem in Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien.

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