15. IMPRONALE 2017
Dilemma-Inszenierung überzeugt

Die Gewinner der 15. Impronale stehen fest. Nach vier Tagen Improvisationstheater-Festival und vier Stücken im Wettbewerb um die begehrten „Improkale“ wurde das Format „Dilemma MaLachen“ mit dem Preis der Jury ausgezeichnet, den Publikumspreis erhielt die englischsprachige Inszenierung „Almost Ibsen“.

Bei allen gezeigten Shows war das Publikum auf die ein oder andere Weise ins Geschehen involviert: So entwickelten Impro-Legende Randy Dixon (Seattle) und Beatrix Brunschko (Graz) aus dem spontanen Spiel heraus verschiedene Situationen, denen die Zuschauer erst nach der jeweiligen Aktion einen Titel gaben. Die Gruppe „AlsWir“ (Heidelberg) brachte zwar ihre eigenen Themen mit, füllte diese aber mit Assoziationen aus dem Zuschauerraum. „Det Andre Teatret“ (Oslo) spielte in stilechter Kostümierung ein Stück nach Ibsen-Art und webte geschickt den vom Publikum vorab gewählten Titel „The lost day“ in die tragische Handlung ein. Vollkommen verschwunden war die Grenze zwischen Bühne und Auditorium schließlich, als Verena Lohner, Knut Kalbertodt (beide: Steife Brise, Hamburg) und Wolfgang Lüchtrath (Die Koenigs, Köln) die Zuschauer on stage baten, um dort auch physisch Stellung zu einem moralischen Dilemma zu beziehen.

Am Gewinnerstück „Dilemma MaLachen“ lobte die Jury denn auch den „mutigen gesellschaftspolitischen Anspruch, ein Meinungsforum mit Mitteln des Improtheaters zu eröffnen“. Mit dem Format seien neue Wirkungsfelder erschlossen worden, die es weiterzuentwickeln gelte, so die Jury-Mitglieder Dr. Judith Marquardt (Beigeordnete für Kultur und Sport Stadt Halle), Lorenz Kabas (Workshopleiter der diesjährigen Impronale und Schauspieler bei „Theater im Bahnhof“, Graz), Katrin Engelhardt (Radio MDR Kultur), Antje Wegener (Diplomtheaterwissenschaftlerin und therapeutische Figurenspielerin) und Katja Blüher (Theater Kaltstart Halle).

Liebeserklärungen an die Impronale